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Das Ende vom Lied ...

 

 

Ich säh Dich gern noch einmal, wie vor Jahren
zum erstenmal. - Jetzt kann ich es nicht mehr.
Ich säh Dich gern noch einmal wie vorher,
als wir uns herrlich fremd und sonst nichts waren.

Ich hörte Dich gern noch einmal wieder fragen,
wie jung ich sei ... was ich des abends tu -
und später dann im kaumgeborenen "Du"
mir jene tausend Worte Liebe sagen.

Ich würde mich so gerne wieder sehnen,
Dich lange ansehn stumm und so verliebt -
und wieder weinen, wenn Du mich betrübst,
die viel zu oft geweinten dummen Tränen.

Das alles ist vorbei. .. Es ist zum Lachen!
Bist Du ein anderer oder liegts an mir?
Vielleicht kann keiner von uns zweien dafür.
Man glaubt oft nicht, was ein paar Jahre machen.

Ich möchte wieder Deine Briefe lesen,
die Worte, die man liebend nur versteht.
Jedoch mir scheint, heut ist es schon zu spät.
Wie unbarmherzig ist das Wort: "Gewesen!"

Mascha Kaléko

1 Kommentar 26.12.07 22:51, kommentieren